Nachrichten

Nachrichten. Was soll dieses Thema wirst du dich vielleicht fragen? Gibt es denn nicht schon genug davon? Ja natürlich gibt es eher schon zu viel davon! Nur das, was man hinlänglich unter Nachrichten versteht, sind vermutlich keine oder wenigstens nur der kleinste Teil davon ist wirklich die Nachricht. Siehst du, jetzt sieht die Sache doch gleich anders aus. Gehen wir gemeinsam auf Spurensuche.

“Nachrichten sollten meines Erachtensentstehen, NACHdem sichetwas ereignet hat, denn dann kann man darüber beRICHTEN, einverstanden?”

Nur findet das so schon längst nicht mehr statt. Vielleicht hat es Nachrichten in ihrer reinen Form gar nie wirklich gegeben? Vielleicht mag es an der Software der Menschheit an sich liegen? Sind wir denn überhaupt in der Lage eine Nachricht +/- wertfrei als das zu nehmen, was sie ist? Oder stellen wir bei uns schon fest, dass wir gleich parat sind, eine Nachricht zu analysieren und zu interpretieren, was das denn heissen soll? Nachrichten an sich sind subtil. Manchmal genügt schon ein schräger Blick von Jemand und du denkst, bei dir stimme etwas nicht. Aber war das denn wirklich die Nachricht?

Und wie schaut’s mit all den anderen Nachrichten aus, die gewollt und vielmehr doch eher zufällig, die ganze Zeit auf dich herunterrieseln? Tropfen sie ab oder gehen sie doch rein bei dir? Nichts ist scheinbar wichtiger als Nachrichten. Wenn du im Auto sitzt, dann wirst du in schöner Regelmässigkeit mit Nachrichten zum Wetter, Strassenverkehr und der Börse bedient. Unablässig. So lange, bis du dich entscheidest, das Radio auszumachen, dein Smartphone zu verbinden und dann kannst du hören, was du wirklich hören möchtest. Vielleicht funken dann noch die Strassenzustandsnachrichten dazwischen, aber das kann ja hilfreich sein, wenn du auf einer vielbefahrenen Strecke unterwegs bist.

“Nachrichten sollten dir nützlich sein, sie sollten dir helfen, du solltest entscheiden, was du hören und sehenwillst.”

Wenn du deine Earpods genüsslich in deine Ohren steckst, hörst du ja auch die Musik, die Podcasts oder Hörspiele, die du hören willst und nicht das, was der Staat, die Medien, die Wirtschaft dir gerne zum Konsum vorschreiben möchte, … wenn sie das könnten.

Nochmals: Nachrichten sollten dir nützlich sein. Wenn dich Nachrichten beispielsweise nur noch in Angst und Schrecken versetzen, dann stimmt etwas nicht mehr. Prüfe, ist es wirklich die Nachricht oder könnte es ein “mediales Nach-Richten”, Urteilen, Werten sein? Eine in die Nachricht eingeflechtete Interpretation dessen, was vielleicht passieren könnte? Etwa eine Meinung, eine Ansicht, allenfalls vielleicht auch mal im Schutze des als Deckmäntelchen missbrauchten Anspruchs der freien Meinungsäusserung vorgetragene Ideologie der für die Nachricht verantwortlichen Agenturen? Halte inne und schaue, was dich weiterbringt. Warum brauchst du diese Nachrichten noch? Wäre weniger auch hier tatsächlich mehr?

Wir leben in einer Form des digitalen Zeitalters. Wir sind eine Informationsgesellschaft. Informationen steuern unser Verhalten mehr denn je und durch die digitale Vernetzung geht das immer schneller und immer präziser. Ein weltweiter Lockdown oder Shutdown oder irgend etwas dazwischen, wäre bis vor kurzem gar nicht erst möglich gewesen. Und heute? Schon fast normal. In der Finanzindustrie, wo ich ursprünglich herkomme, gibt es den Begriff der Korrelation. Wenn sich zwei Finanzmärkte, nehmen wir Europa und Nordamerika identisch entwickeln, dann spricht man von einem Korrelationsfaktor von 1 (Eins). Sind zwei Märkte total unterschiedlich, dann spricht man von einem Faktor von -1 (Minus-Eins). Die meisten Märkte haben sich vor Jahren schon mit einem Korrelationsfaktor von 0.8 eingependelt. Weltweit. Wie gesagt, die meisten. Wie individuell kann man dann noch sein? Wenn die Märkte auf endogene und exogene Nachrichten und Schocks, quasi alle gleich reagieren?

Wie schaut es aktuell mit dem Korrelationsfaktor der Informationsmärkte, der Politik, der Wirtschaft aus? Eher eine satte EINS? Kommt dir etwas in den Sinn, wo der Faktor bei maximal 0.60 liegt? Ist das okay? Ich meine ja. Denk nur daran, du bist und bleibst ein Individuum. Es gibt keinen einzigen Menschen, der genau so ist wie du es bist. Die Biologie hat berechnet, dass ein Paar rund 2.1 Mio. Konstellationen hätte um zwei absolut identische Kinder zu zeugen, und ich meine hier noch nicht einmal eineiige Zwillinge.

Ich hoffe dass dir das Motivation genug gibt, um deine Persönlichkeit, dein Individuum weiter zu entfalten, zu leben. Auch zu entscheiden über die Art und Menge von Nachrichten und deren Nutzen für dich, gerade auch in einem Umfeld, wo der Korrelationsfaktor dessen, was es zu konsumieren gibt, nahe bei EINS liegt.

Mach das Beste aus dir!

Alfred

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